Referenzprojekte > Sinteranlage Duisburg-Meiderich

Abbruch- und Entsorgungskonzept, Ausschreibung

Seit ihrer Stilllegung 1983 und Beendigung aller Nutzungen 1995 ist die Sinteranlage in Duisburg-Meiderich eine der bekanntesten Industrieruinen des Ruhrgebietes. Google liefert für die Suche nach „Sinteranlage Duisburg“ über 34.000 Ergebnisse. Zahlreiche Bilder und Videos belegen eine hohe Attraktivität als „Abenteuerspielplatz“, leider auch mit Unfallgefahren für die „Besucher“. Zahlreich sind auch die Meldungen in den lokalen Tageszeitungen zu Vandalismus, Schrott- und Kabeldiebstählen auf dem Gelände.

Die NRW.URBAN GmbH & Co. KG, die das Gelände von ThyssenKrupp übernommen hatte, beabsichtigte den Rückbau der gesamten Anlage. Zur planerischen Vorbereitung wurde von HYDR.O. GEOLOGEN UND INGENIEURE ein Abbruch- und Entsorgungskonzept erstellt. Auf dessen Basis wurde der Abbruchantrag gestellt und genehmigt.

Die in Stahlskelettbauweise errichtete Anlage mit insgesamt 170.000 m³ umbautem Raum und einer maximalen Bauwerkshöhe von über 30 m wies erhebliche Sicherheitsmängel auf. Insbesondere bestand Absturzgefahr und Gefährdungen durch herabfallende Materialien. Der Zahn der Zeit nagte an der Industrieruine und ließ Korrosion und Wetterschäden die Risiken auf dem Gelände stetig steigen. Um die notwendigen Rückbauarbeiten im Inneren der Anlage durchführbar zu machen, wurde  von HYDR.O. GEOLOGEN UND INGENIEURE ein Arbeitsschutzkonzept erstellt. Neben zahlreichen Schutzabdeckungen und Absturzsicherungen durch Seitenschutzeinrichtungen wurde die Aufstellung eines separaten Treppenturms für einen gefahrlosen Zugang veranlasst.

Zur Vorbereitung einer Ausschreibung wurden die schadstoffhaltigen Bau- und Produktionsreststoffe lokalisiert und mengenmäßig abgeschätzt. Mittels Auswertung der Unterlagen aus dem ThyssenKrupp-Konzernarchiv und Prüfung von aktuellen vor-Ort-Massenermittlung wurde der umfangreiche Stahlbau der Anlage mengenmäßig ermittelt.

Die Rückbaumaßnahme erfolgte von Oktober 2014 bis Oktober 2016, währenddessen ein erheblicher Aufwand zur Bergung der Schadstoffe betrieben wurde. Zum Abschluss konnte das entkernte über 30 m hohe Aufgabegebäude gesprengt werden. 2018 erfolgte sowohl die Schadstofferfassung für den 2. Bauabschnitt des Rückbaus, darin enthalten das Generatorenhaus, ein Trafohaus sowie der 151 m hohe Schornstein der Anlage mit Sozialbauten, als auch eine Gefährdungsabschätzung des Standorts durch HYDR.O. GEOLOGEN UND INGENIEURE.